Holistisch ist das Adjektiv, das mit der Theorie des Holismus verbunden ist. Es leitet sich vom griechischen ὅλος ab, was gesamt, ganz, alles bedeutet und bezieht sich auf eine Vision des „Ganzen“, das als Unikum und nicht als Summe der Teile, aus denen es besteht, betrachtet wird.
Dieser Begriff wurde in den 1920er Jahren von Jan Smuts geprägt, einem südafrikanischen Politiker, Intellektuellen und Philosophen, Autor des Werkes „Holismus und Evolution“ aus dem Jahr 1926, in dem er seine Theorie darlegt:
„…die Tendenz, in der Natur durch kreative Evolution Ganzheiten zu bilden, die größer sind als die Summe ihrer Teile“.
Jan Smuts
Aus diesem Grund steht der Holismus im Gegensatz zum Reduktionismus. Ein System kann tatsächlich nicht allein durch seine einzelnen Komponenten erklärt werden, denn die Summe seiner Teile wird immer größer oder jedenfalls anders sein als die einzeln betrachteten Teile.
Das Lebewesen, das größte Beispiel einer holistischen Struktur
Unser Organismus stellt das typische Beispiel einer holistischen Struktur dar, denn er kann nicht einfach als eine Ansammlung der ihn bildenden Teile/Organe betrachtet werden, sondern er ist eine komplexe Einheit-Gesamtheit.
Der Mensch wird als die Vereinigung von Körper, Geist und Seele wahrgenommen, verschiedene Teile, deren Summe uns „einzigartig und unwiederholbar“ macht.
Man denke nur an die Emotionen und Erfahrungen, die ein Mensch während seiner Existenz durchmacht, aber auch an die Umwelt, Ernährung, Gesellschaft – sie alle sind fundamentale und miteinander verbundene Aspekte für das psychophysische Wohlbefinden des Menschen.
Holistische Medizin und ihre Prinzipien
Den Menschen in seiner Gesamtheit zu betrachten, hat daher zu einer echten kulturellen Revolution und auch zu einer wissenschaftlichen Revolution geführt.
Tatsächlich hatte die westliche Zivilisation, ebenso wie die Medizin, jahrelang eine „fragmentierte“ Sichtweise, die den Menschen nicht in seiner Gesamtheit bewertete, sondern sich nur auf den Teil konzentrierte, in dem das Problem lag.
Die holistische Sichtweise in der Medizin geht von der Störung/dem Symptom aus, ist aber dann darauf ausgerichtet, das Individuum als Ganzes zu bewerten, da der Ursprung dieser Störung/dieses Symptoms oft „weit entfernt“ von seinem Manifestationsort liegen kann.
Auch heute noch ist dieser „globale“ Ansatz nicht so verbreitet, da das Interesse der Medizin immer noch mehr auf die Krankheit und weniger auf den Menschen ausgerichtet ist, während das Ziel der holistischen Medizin darin besteht, das Gleichgewicht für das Individuum als Ganzes wiederherzustellen.

In letzter Zeit beginnt sich der Gegensatz zwischen „traditioneller“ und „alternativer“ Medizin weniger zu zeigen, und es wird von einem sogenannten „integrierten“ Ansatz gesprochen. Daher wird die moderne Medizin mit der Anwendung von natürlichen Therapien kombiniert, die das Ziel haben, die sogenannten Selbstheilungsprozesse , die dem Organismus eigen sind, zu fördern.
Es gibt viele holistische „Therapien“, und einige davon sind in letzter Zeit sehr in Mode gekommen: westliche Massage, Shiatsu, Reflexzonenmassage, Naturheilkunde, Akupunktur, Osteopathie, Meditation, Entspannung, Phytotherapie, Aromatherapie, Reiki, Chromotherapie usw.
Holistischer Ansatz und Ernährung
Obwohl der Begriff „holistisch“ erst vor Kurzem geprägt wurde, ist das Konzept des Menschen als Unikum in einigen Teilen der Welt seit Tausenden von Jahren in Entwicklung.
Man denke nur an die traditionelle chinesische Medizin oder die indische ayurvedische Medizin, die ihre Heilmethode um das Individuum als Ganzes zentriert haben: Körper, Geist, Emotionen und Lebensenergie oder Seele. Anders als in der westlichen Medizin, wo das Symptom vor allem im Mittelpunkt steht.
Es ist wichtig zu erkennen, dass die Teile, aus denen wir bestehen, keine „luftdichten Abteile“ sind und dass unser Wohlbefinden durch das Erreichen eines psychophysischen Gleichgewichts repräsentiert wird.

Die Grundlage für das Streben nach diesem psychophysischen Wohlbefinden ist auch eine korrekte Ernährung; tatsächlich kann Ernährung als unsere erste Medizin bezeichnet werden.
Besonders in der ayurvedischen Medizin, aber auch in der chinesischen Medizin, spielt die Ernährung eine sehr wichtige Rolle, zusammen mit körperlicher Bewegung und mentaler Verfassung.
Zum Beispiel werden Lebensmittel wie Moringa oder Kurkuma in Indien als echte Medikamente angesehen, die in der Lage sein sollen, einige Beschwerden zu verhindern und in manchen Fällen sogar zu „heilen“.
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